Als Redakteurin in Krefeld

Lebwohl KR-ONE -
Herzlich Willkommen Crevelt und Kredo!

Arbeiten im letzten Jahr als Redakteurin in Krefeld

Lebwohl KR-ONE - Hallo Crevelt und Kredo

Die zweite Hälfte des letzten Jahres war voll gefüllt mit tollen Geschichten, aber auch mit Veränderungen. Mein geliebtes KR-ONE Magazin, für das ich – mit Unterbrechung – insgesamt fast acht Jahre gearbeitet habe, hat sich aufgelöst. Daraus entstanden sind zwei völlig neue Magazine. Das Kredo-Magazin präsentiert mit einem jungen, uniquen Look Beiträge aus Kultur und Szene. Das Crevelt-Magazin besticht mit einem hohen journalistischen Anspruch. Ich freue mich sehr, dass ich für beide Magazine arbeiten darf. Dennoch geht natürlich auch für mich eine Ära zu Ende: In der KR-ONE habe ich meine journalistischen Anfänge gemacht, mich weiterentwickelt, oft freie Hand bei der Geschichtenauswahl gehabt und wahnsinnig tolle Menschen porträtieren dürfen. Ich erinnere mich an einen Nachmittag mit Winnetous Schwester, Marie Versini, die mich als junger Mensch mit ihrer wahnsinnigen Hollywood-Ausstrahlung verzaubert hat. Ich kann den dicken Kloß in meinem Hals noch fühlen, als ich Norberts letzte Reise im Krefelder Hospiz begleitet habe. Oder ich spüre noch genau den wahnsinnigen Mut von Leon, der mir erzählt hat, wie er von der biologischen Frau auch endlich zu dem wurde, was er schon immer in sich fühlte: Ein starker, selbstbewusster Mann. 
Ich erinnere mich an lange Gespräche mit meinem Mentor und inzwischen gutem Freund David Kordes, der mir mit Ruhe und Geduld so viel Zeit für Textbesprechungen schenkte, weil er wusste, was in mir schlummert. Und an hektische, aber doch so schöne Redaktionsschlüsse mit Christhard Ulonska und Michael Neppeßen, in denen wir die Nacht zum Tag machten, und mit traumhaften Blick auf die Skyline der Krefelder Innenstadt die letzten Texte abnahmen und das Heft in den Druck gaben.  Ich habe Bilder von Redaktionstreffen auf der wunderschönen Dachterrasse rund um die starke Esther Jansen im Kopf, die emphatisch jeden Themenvorschlag aus unserer Trubelgruppe ernst nahm und Struktur in den kreativen Haufen brachte. Und ich erinnere mich an so viele schöne und intensive Termine mit Luis Nelsen, der damals bei der KR-ONE seine Anfänge als Fotograf machte, und später von Simon Erath abgelöst wurde, der mit seiner ganz speziellen Art dem Magazin eine so besondere Bildsprache gab. Ja, als die letzte KR-ONE herauskam, habe ich ein paar Tränchen verdrückt. Denn ich habe hier viele Jahre mit guten Freunden gearbeitet.

Dennoch schafft jeder Abschied auch Raum, um etwas Neues entstehen zu lassen und ich freue mich sehr, dass Krefeld nun gleich zwei Magazine beheimatet, die gleichermaßen ihre Daseinsberechtigung haben. Für beide Magazine habe ich in den letzten Monaten viel gearbeitet, einige Artikel möchte ich an dieser Stelle vorstellen.

Johannes und die Drachen

Im Redaktionsmeeting haben wir darüber gesprochen, dass wir uns eine schöne Herbstausgabe wünschen. „Wie wäre es denn mit einer Geschichte rund um Drachen“, schmiss jemand in den Raum und ich machte mich auf die Suche. Durch einen ganz kleinen Tageszeitungsartikel erfuhr ich von Johannes Tophoven und seiner Frau und dachte gleich: „Da schlummert ein Geschichtenschatz.“ Die Liebe zu den Drachen hat Johannes seit seiner Kindheit begleitet – heute ist er ein alter Mann und wird noch immer zum Jungen, wenn er darüber spricht, Papier zum Fliegen zu bringen.

Die ganze Geschichte gibt es hier. 

Der Zurückkämpfer: Ediz Yolcu

Ich habe Ediz beim Sport kennengelernt: ein sehr zurückhaltender Mann, diszipliniert, aber immer für ein Späßchen zu haben. Es hat lange gedauert, bis ich Ediz so emotional so nah war, dass er mir seine Geschichte erzählte. Der Deutsch-Türke ist in einem leistungsbewussten Elternhaus aufgewachsen, hat immer versucht, es allen zu beweisen, bis ein Schlaganfall mit Anfang 30 auf einmal sein Leben auf den Kopf stellte. Heute hat er sich zurück gekämpft und macht es als Unternehmer bewusst anders: Ediz möchte denjenigen eine Chance geben, die in einer leistungsstarken Gesellschaft untergehen. 

Seine ganze Geschichte gibt es hier.

Ein Taxi aus Indien - Rajesh Varghese

Ich weiß noch genau, wie ich Luis, unseren Crevelt-Fotografen, für das Treffen mit Rajesh Varghese gebrieft habe: „Ich weiß nicht so genau, was da für eine Geschichte hinter steckt, aber es wird gut.“ Und gut wurde es. 
Über meine enge Freundin Angelika Wolff, die als Coach und Sprachlehrerin arbeitet, bin ich auf Rajesh aufmerksam geworden. Angelika erzählte mir, dass sie für einen jungen Inder arbeitet, der mit Online-Unterricht vor allem ausländischen Pflegekräften die Chance geben möchte, nach Krefeld zu kommen. Ich fand die Geschichte irgendwie spannend und dachte, dass ich den Protagonisten unbedingt kennenlernen möchte. Und dann war die Geschichte noch besser als gedacht.

Die gesamte Story gibt es hier. 

Als Tontechnikerin in Kanada - Jill Zimmermann

Jill Zimmermann war auf dem Gymnasium eine Stufe über mir und irgendwann entdeckte ich eine Ankündigung zu einem Podcast bei Facebook, den meine ehemalige Musiklehrerin teilte – ich erkannte Jills Gesicht wieder. Selbst einige Zeit im Ausland verbracht, liebe ich Geschichten mit multikulturellem Flair – und Storys über starke Frauen sowieso. 
Jill lebt als Tontechnikerin in Kanada.

Die ganze Story gibt es hier.

Beide Beine auf dem Boden und den Kopf in den Wolken - Oliver Brachat

Oli habe ich bei den Arbeiten zum Krefelder Kochbuch „Geschmacksache“ kennengelernt und war total geflasht davon, dass ich jemanden wie ihn in unserer Stadt noch nicht kenne. Als ich ihn fragte, ob ich eine Geschichte über ihn machen darf, sagte er ganz schüchtern „Ich hab doch gar nichts zu erzählen“. Genau diese Bescheidenheit macht Oli aus und ich bin so stolz, dass er es geschafft hat, sich zu öffnen und mir seine Story anzuvertrauen.

Die gesamte Geschichte gibt es hier.

Eine perfekte Symbiose - Christopher und Holger sind Dead Stuff

Seit Mitte des Jahres sitze ich mit einigen kreativen Jungs in einem geteilten Büro – gemeinsam sind wir MAAANY, ein Kollektiv aus Freiberuflern, die gemeinsam buchbar sind, aber eben auch autark arbeiten. Zu uns gehört Holger Lamers und auch Christopher Blumenthal nutzt regelmäßig unseren großen Besprechungstisch als Office. Gemeinsam haben die beiden vor einigen Jahren ein Klamottenlabel gegründet und mich mit auf eine Zeitreise in meine Jugend genommen. 

Den ganzen Artikel gibt es hier.

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