Ann-Katrin roscheck

Ann-Katrin roscheck

für die Kirchenzeitung des Bistums Aachen

Die Visionauten

Wenn die Schule vorbei ist und ein neuer Lebensabschnitt beginnt, stehen Fragen im Raum, die für einen jungen Menschen oft schwer zu beantworten sind. Das kenne ich aus meiner eigenen Schluabschlusszeit. Wo soll der Weg hingehen? Brauche ich vielleicht erst einmal eine Pause? Ist ein Studium oder doch eine Ausbildung für mich wegweisend? Soll ich in meiner Homebase bleiben oder zieht es mich vielleicht doch weiter weg? 

Seit einigen Monaten darf ich für die Kirchenzeitung für das Bistum Aachen schreiben und genieße in diesem Zuge sehr, Projekte kennenzulernen, die vor meiner Haustüre liegen, und die ich aber noch nie wahrgenommen habe. Ein Projekt, das mich in meiner redaktionellen Arbeit begeistert hat, sind die Visionauten in Krefeld und in Aachen.

Die Visionauten in Krefeld und in Aachen

Mit der Unterstützung meiner Interviewpartnerin Anne Hermann-Dentges und ihren Kollegen leben fünfzehn Jugendliche im Bistum Aachen in drei Wohngemeinschaften miteinander. Im Rahmen der Wohngemeinschaft absolvieren sie ein Freiwilliges Soziales Jahr in kirchlichen Einrichtungen: Ein Jugendlicher arbeitet in einem Jugendhaus, eine Heranwachsende in einem kirchlichen Kindergarten, ein Dritter unterstützt die Haustechnik der Caritas.
Gleichzeitig gibt es unterschiedliche Angebote und Gemeinschaftsaktionen aus dem Bistum. Dieses Gesamtpaket soll den jungen Erwachsenen helfen, sich im Leben zu orientieren und ganz frei von Einflüssen der Eltern, der Lehrer oder des ursprünglichen Freundeskreises sich ein eigenes, unabhängiges Wertesystem aufzubauen.  

Visonauten des Bistum Aachens besuchen London

Auch Johannes, mein zweiter Interviewpartner, lebt zurzeit in der Visionauten-WG in Krefeld. Vor allem hat er vom gemeinsamen Londonaufenthalt profitiert, sagt er. Die Visionauten haben hier angeleitet Projekte besucht, in denen soziales Engagement im kirchlichen Rahmen stattfindet. Dazu gehört zum Beispiel ein Projekt, in dem Obdachlose ein christliches Café leiten. „Man hat gar nicht gemerkt, dass die Leute auf der Straße leben“, hat mir Johannes erzählt. Was er eigentlich meint, war: Jeder hat die Möglichkeit, sich eine neue Identität zu schaffen – und das mit der Hilfe des Glaubens. 

Auch eine Café mitten auf dem Time Square, in dem durch christliche Impulse eingeladen wird, zur Ruhe zu kommen, hat Johannes beeindruckt. Hier liegen Bibeln auf den Tischen, es findet regelmäßig Gottesdienst statt und es gibt Medidationselemente, die im Cafébereich eingebunden sind. Es ist eine kleine Ruheoase inmitten des Stadtrummels. 

Moderne Glaubenswege im Bistum

Johannes ist eigentlich nicht besonders religiös, das hat er mir im Gespräch erzählt. Aber das ist auch gar nicht das, worauf die Visionauten-WG abzielt Hier kann jeder einziehen, egal, welche Konfession er trägt, oder ob er überhaupt eine Konfession hat. Fast spielerisch lernen die Bewohner, was im Glauben wichtig ist, nämlich ein stetiges, verantwortungsvolles Wertesystem: Aufeinander achtzugeben, miteinander zu sprechen, nach links und rechts zu schauen, sich zu besinnen und mit Bedacht zu handeln – das sind nicht nur die Werte des christlichen Glaubens, sondern auch die Basis einer gesunden Persönlichkeitsentwicklung. 

Einblick in das Projekt "Die Visionauten"

Die Visionauten haben auf Ihrer Internetseite  ein Video veröffentlicht, das das Projekt erklärt. 

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